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Leitfaden

Alles über die Velo-Lagerung im Winter

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8. November 2022

Du möchtest dein Velo winterfest einlagern? Wir haben alles Wichtige für dich zusammengefasst – vom besten Lagerort über Reinigung und Luftdruck bis zu speziellen Tipps fürs E-Bike.

Was ist der beste Ort für die winterfeste Velo-Lagerung?

Die Tage werden kürzer, das Wetter mieser und die Nächte frostiger. Es ist an der Zeit,  seinen geliebten Drahtesel in den wohlverdienten Winterschlaf zu schicken. Aber wohin mit dem guten Stück? Unters Vordach? Auf den Balkon? In die Garage? In den Keller? Wo lässt man das Velo richtig überwintern?

Draussen ist ganz klar der schlechteste Aufbewahrungsort. Dort setzen Frost und Feuchtigkeit dem geliebten Velo kräftig zu, selbst unter Decke und Plane. Das ist also die äusserste Notlösung für alle, die sonst gar keinen Platz haben – und wenn, dann nur unter einem Dach.

Wer eine Velo-Garage hat, kann diese nutzen. Für alle anderen bleiben meist nur Garage, Keller oder Abstellräume. Der ideale Lagerort ist trocken, kühl, aber vor Frost geschützt, gut belüftet und unterliegt keinen Temperaturschwankungen durch z. B. Heizungsrohre oder Sonneneinstrahlung.

Teilt sich das Velo die Garage mit einem Auto, so gilt es auch zu beachten, dass dieses Feuchtigkeit und Salz von den Winterstrassen mit hereinträgt. Beides sind Garanten für Rost.

Sollte sich partout kein geeigneter Platz finden, dann gibt es mancherorts noch die Möglichkeit, spezielle Lagerboxen anzumieten. In denen schafft es dein Schatz auf jeden Fall sicher durch die kalte Jahreszeit und ist meistens sogar gesondert versichert.

Gut zu wissenTipp:

Frage bei deiner Versicherung nach, inwieweit dein Fahrrad am jeweiligen Lagerort bezüglich Schäden und Diebstahl abgedeckt ist..

 

Stehende oder hängende Lagerung – was ist besser?

Die Faustregel besagt: Leichte Velos (z. B. Rennvelos) hängt man lieber auf, schwere Räder (z. B. MTBs) lagert man besser stehend.

Unterschieden wird dabei zwischen senkrechten und waagerechten Wandhalterungen. Aber auch ein Bodenständer oder Montageständer kann sich als praktische Lösung anbieten.

Bei beiden Arten der Lagerung muss man darauf achten, die Räder regelmässig zu drehen, sonst werden Reifen und Felgen zu einseitig belastet, insbesondere bei verringertem Reifendruck.

 

Achtung bei Scheibenbremsen!

Velos mit Scheibenbremsen dürfen nur horizontal aufgehängt werden, sonst kann ungewollt Luft ins Bremssystem eindringen.

Ausserdem empfehlen wir, die Bremshebel im angezogenen Zustand zu fixieren, etwa mithilfe von Kabelbindern. Auch das verhindert, dass die Bremsen Luft ziehen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Kraft eines Bremshebels wird oft unterschätzt. Im schlimmsten Fall leiden deine Griffe unter dem ständigen Druck der Kabelbinder. Das solltest du prüfen und eventuell abpolstern.

Deine Bremsen solltest du vor der ersten Fahrt nach der Winterpause gründlich kontrollieren. Stimmt der Druckpunkt nicht mehr, kann das gefährlich werden. Dann musst du die Bremsen entlüften lassen.

Reinigung und Pflege vor der Velo-Einlagerung

Zunächst einmal ist es wichtig, den Zeitpunkt bewusst festzulegen und das Rad nicht einfach schmutzig herumstehen zu lassen.

 

Matsch und Dreck schaden der Schaltung und den Bremsen. Selbiges gilt übrigens auch für Staub, weshalb man das Velo nach der Reinigung abdecken sollte.

Zu den eher unsichtbaren Gefahrenquellen zählen die Rückstände von Sportgetränken und Transpiration. Elektrolyte fördern die Oxidation ebenso wie das Salz im menschlichen Schweiss. Also gönne deinem Velo eine längst überfällige Wäsche mit warmem Wasser, einem Lappen oder einer weichen Bürste und – ganz wichtig – einem speziellen Fahrradreiniger.

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Und wenn du schon beim Reinigen bist, dann suche auch gleich nach Roststellen. Diese solltest du mit Rostlöser  behandeln, damit sich das Ganze im Laufe des Winters nicht noch weiter ausbreitet.

Achtung⚠️
Wer glaubt, Carbonrahmen setzen keinen Rost an, der wiegt sich in trügerischer Sicherheit. Hier führen Schmutz und Salze zu Lackschäden, die die Stabilität und Sicherheit des Bikes genauso beeinträchtigen wie Rost bei einem Metallrahmen.

Als nächstes musst du die Kette ölen und die Schaltungsgelenke mit Silikonspray behandeln. Produktempfehlungen dazu findest du z. B. bei unseren Pflegemitteln.

Gut zu wissenTipp:

Lege vorm Winterquartier immer den kleinsten Gang ein. Das entspannt die Kette und die Feder der Schaltung..

 

Vergiss nicht, deinen Radcomputer und sonstige Elektronik abzunehmen und sicher zu verstauen. Beim E-Bike zählt dazu auch der Akku! (Mehr darüber weiter unten)

Wer richtig Platz sparen möchte, kann zusätzlich noch die Pedale abschrauben und den Lenker um 90 ° drehen.

Wie viel Luft muss in den Reifen?

Prinzipiell sollten Mountainbikes bei einem Reifendruck von 1 bar (0,1 MPa/14,5 PSI) gelagert werden und Rennvelos bei 2 bar (0,2 MPa/29 PSI).

Platte Reifen sind insbesondere bei stehender Lagerung ein absolutes No-Go, da sonst sowohl die Felge als auch der Reifen stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb haben einige Reifenhersteller mitgedacht und auf der Reifenflanke auch den Minimaldruck des Reifens vermerkt.

Denk daran, dass der Druck im Reifen im Laufe der Wintermonate weiter abnimmt. Du solltest ihn also regelmässig kontrollieren. Das ist dann auch die perfekte Gelegenheit, unter der Plane gegen Kondenswasserbildung zu lüften und die Räder durchzudrehen, damit das Velo nicht permanent auf derselben Stelle belastet wird.

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E-Bike lagern im Winter

Bei E-Bikes ist einiges zu beachten, was die anderen Velos nicht betrifft. Zum einen sind E-Bikes und Pedelecs schwerer als andere Räder, deshalb kommt eine hängende Lagerung oft nicht in Frage.

Zum anderen muss der Akku entnommen und separat gelagert werden. Die empfindlichen Kontakte und elektronischen Elemente am Bike müssen dabei unbedingt abgedeckt und geschützt werden. Eindringende Feuchtigkeit und Beschädigungen durch Staub und Dreck können teuer werden.

Ohnehin solltest du sämtliche abnehmbare Elektronik entfernen und anderweitig verstauen, wie z. B. den Velocomputer.

Wie lagere ich meinen E-Bike-Akku richtig?

Nach der Abnahme bringst du den Akku am besten mit ins Haus oder in die Wohnung. Dabei darf der Akkustand keinesfalls leer sein, aber auch nicht zu voll. Am besten lagert man einen E-Bike-Akku mit einer Ladung zwischen 30 und 60 %. Diese solltest du monatlich kontrollieren.

Eine vollständige Entladung – eine Tiefenentladung – gilt es immer zu vermeiden. Sie kann im schlimmsten Fall den Akku zerstören. Gleichfalls ist aber auch von der komplett vollgeladenen Lagerung abzuraten, da die Zellen dabei unter zu hoher Belastung stehen.

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Welche Temperaturen sind für E-Bike-Akkus am besten?

Am besten geht es dem Akku bei 10 bis 15 °C. Nach Möglichkeit sollte er 20 °C niemals überschreiten. Er darf also nicht im warmen Wohnzimmer liegen, etwa neben einem Heizkörper.

Man sollte niemals vergessen, dass es sich bei einem solchen Akku um eine Industriebatterie handelt, von der eben auch die entsprechenden Gefahren ausgehen. Wir raten dir also, ihn auch während seiner Lagerung nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren.

Gut zu wissenTipp:

Es gibt spezielle Neopren-Schutzhüllen für E-Bike-Akkus, in denen der Akku temperaturgeschützt überwintern kann. Einige davon lassen sich in der Radsaison sogar am Bike verwenden, damit der Akku auch bei der Fahrt und während der Kaffeepause vor der Sonne geschützt ist..

 

Keine Angst vorm Memory-Effekt

Der berühmt-berüchtigte Memory-Effekt gehört der Vergangenheit an. Vorbei sind die Zeiten der Nickel-Cadmium-Akkus, die man komplett aufbrauchen und wieder vollständig aufladen musste.

Moderne Lithium-Ionen-Akkus fühlen sich bei Ladungen zwischen 20 und 80 % erst so richtig wohl.

Somit kannst du deinen Akku während der Lagerung (oder auch während eines Ausflugs) zwischendurch immer wieder ein bisschen laden, ohne dass Leistungseinbussen entstehen. Das tut ihm nicht weh, das tut ihm sogar gut.

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Hat  mein E-Bike einen Lithium-Ionen-Akku?

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit: ja! Alle Markenhersteller – und solche, die es werden wollen – verbauen ausschliesslich Li-Ionen. Andere Akkus eignen sich für diese Art Anwendung auch nicht wirklich.