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Auf die Rahmengrösse kommt es an – so findest du die richtige Bikegrösse

Mit der Grösse deines Velos steht und fällt die Fahrfreude – und das oft im wahrsten Sinne des Wortes. Denn fährst du ein zu grosses oder zu kleines Bike, kann das unangenehme Folgen haben. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du mit wenigen Handgriffen und Tipps deine perfekte Bikegrösse ermittelst – und wo der Unterschied zwischen Rahmen- und Radgrösse liegt.

Weshalb ist die Grösse so wichtig?

Velofahren ist eine Wissenschaft für sich. Insbesondere dann, wenn es um die wirkenden Kräfte geht, die uns vorantreiben. Die Rahmengeometrie eines Velos ist dabei ausschlaggebend. Wie angenehm man sitzt, wie sicher man das Bike im Griff hat und wie effizient die eigene Muskelkraft in Bewegungsenergie umgesetzt wird – das alles hat direkt mit der Rahmengeometrie zu tun. Diese beinhaltet unter anderem die Rahmengrösse und Sitzposition. Sind diese beiden Parameter nicht auf deine Körpergrösse und das Einsatzgebiet abgestimmt, riskierst du Fehlhaltungen, schnellere Ermüdung und Schmerzen. Insbesondere beim Kinderfahrrad ist es wichtig, auf die richtige Rahmengrösse zu setzen, damit sie sich im Strassenverkehr sicher bewegen können.


Du misst, wir liefern – 3 Schritte zum perfekten Bike

1. Schritt: Körpermasse ermitteln

Die richtige Rahmengrösse ist schnell gefunden: Du benötigst nur eine Wasserwaage und ein Massband. Solltest du gerade keine Wasserwaage zur Hand haben, funktioniert auch ein breites Buch.

So geht’s:

  1. Für ein optimales Messergebnis ziehst du am besten deine Hosen und Schuhe aus. (Je nach Schnitt können Hosen das Messergebnis verfälschen, und die Schuhe machen dich grösser, als du bist.)
  2. Klemm dir die Wasserwaage waagrecht, das Buch senkrecht, zwischen die Beine und führe sie mit leichtem Druck nach oben, als würdest du auf einem Sattel sitzen.
  3. Messe mit dem Massband den Abstand zwischen der Oberkante der Wasserwaage/des Buches und dem Boden. Das ist deine Schrittlänge.

2. Schritt: die richtigen Bike-Grösse ermitteln

Anhand der Schrittlänge (cm) kannst du nun in der nachfolgenden Tabelle die für dich passende Rahmengrösse raussuchen. Sollte deine Schrittlänge zwischen zwei Rahmen-Grössen liegen, empfehlen wir für ein agileres, sportliches Fahrverhalten das kleinere Velo. Wer lieber einen laufruhigen, tourenorientierten Fahrstil wünscht, entscheidet sich für die grössere Rahmengrösse.

Bei den aufgeführten Grössen-Empfehlungen handelt es sich um Richtwerte. Für eine optimale Ergonomieberatung bieten wir in unseren Bike World Filialen die moderne Körpervermessung mit dem "SmartFit" an. Mit einem berührungslosen Bodyscan werden deine Körperdaten mit einer 5-Punkte-Vermessung erfasst. So kann das ergonomisch perfekte Bike für dich ermittelt und auf deine individuellen Körpermassen und Bedürfnisse eingestellt werden.

 

Grössen-Tabelle by SmartFit

Bike-Segement Schrittlänge in cm Rahmengrösse
City- / Trekking- / E-Bike kleiner 77 cm XXS / 42-44
  77-79 cm XS / 45-47
  79-82 cm S / 48-51
  82-86 cm M / 52-56
  86-90 cm L / 56-59
  90-94 cm XL / 59-62
  größer 94 cm XXL / 63
Mountainbike / E-MTB kleiner 78 cm XS / 14
  78-82 cm S / 16
  82-86 cm M / 18
  86-91 cm L / 20
  91-94 cm XL / 22
  größer 94 cm XXL / 24
Rennrad kleiner 77 cm XXS / 47
  77-79 cm XS / 49
  79-82 cm S / 52
  82-86 cm M / 54
  86-90 cm L / 56
  90-94 cm XL / 58
  größer 94 cm XXL / 60

3. Schritt: Montageart auswählen

Die Wahl der richtigen Bike-Grösse ist die halbe Miete. Für die ergonomisch perfekte Einstellung deines Bikes muss es zusätzlich auf deine Körpermasse abgestimmt werden. An dieser Stelle empfiehlt es sich, eine Montage durch den Profi in Anspruch zu nehmen: Wähle bei einer Heimlieferung die «Montage Pro» und unsere professionellen Velomechaniker stellen dein Fahrrad individuell auf deine Körpermasse ein. Nutze doch einfach bei einer Filiallieferung bequem den Hightech-Vorteil unseres SmartFit-Bodyscans: Dieser misst deinen Körper komplett aus, damit wir dein Bike noch genauer an deine Bedürfnisse anpassen können. Wer lieber selber schraubt, entscheidet sich für die kostenlose «Montage Basic».

Die Montage- und Lieferarten im Überblick:

Montage Pro – Heimlieferung

Das Bike wird von unseren Mechanikern nicht nur komplett und fahrbereit aufmontiert, sondern zusätzlich auch auf die Körpermasse, die du im Bestellprozess angibst, eingestellt:

  • Anpassung der Sattelhöhe auf die Körpergrösse und Schrittlänge
  • Einstellung der Federgabel (sofern am Bike vorhanden) auf das Körpergewicht
  • Einstellung des Dämpfers (sofern am Bike vorhanden) auf das Körpergewicht

Zusätzlich wird jedes Bike einem umfassenden Check unterzogen. Bei Montage Pro bleiben für den Transport die Pedalen, sofern enthalten, am Bike und der Lenker gerade gestellt. Du kannst also direkt losfahren. Sind im Original-Lieferumfang des Bikes keine Pedalen vorgesehen, erlauben wir uns, dir ein Set Pedalen gratis zu montieren. Die Kosten für Montage Pro betragen CHF 20.–.

Montage Basic –Heimlieferung

Das Bike wird von unseren Mechanikern komplett und fahrbereit montiert und einem umfassenden Check unterzogen. Für den Transport werden lediglich der Lenker quer gestellt und die Pedalen, sofern enthalten, demontiert. Mit dem mitgelieferten Bike-Tool und der ebenfalls enthaltenen genauen Anleitung kannst du diese beiden Komponenten ganz einfach selbst montieren und einstellen. Sind im Original-Lieferumfang des Bikes keine Pedalen vorgesehen, erlauben wir uns, dir ein Set Pedalen gratis beizulegen. Die Montage Basic ist gratis. 

Kostenlose Montage bei Filiallieferung

Das Bike wird von unseren Mechanikern in der Filiale nicht nur komplett und fahrbereit montiert und überprüft, sondern auch direkt mit dir vor Ort auf deine Körpermasse eingestellt. Dafür steht unter anderem unser SmartFit-Bodyscan zur Verfügung, mit dem wir dich mit wenigen Klicks ausmessen. Anhand dieser Daten passen wir dein Bike optimal auf dich an:

  • Anpassung der Sattelhöhe
  • Anpassung der Sattelposition
  • Anpassung der Lenkerhöhe
  • Anpassung der Lenkerposition
  • Positionierung der Bremshebel
  • Einstellung der Federgabel (sofern am Bike vorhanden)
  • Einstellung des Dämpfers (sofern am Bike vorhanden)

Danach kannst du das Bike direkt mitnehmen.

Wie der SmartFit-Bodyscan genau funktioniert, siehst du hier:


Und wie sitzt du? Die vier Fahrpositionen.

Je nach Fahrstil lohnt es sich, seine eigene Haltung auf dem Velo anzupassen. Sattelhöhe, Sattelposition und Lenkerposition sind dabei die ausschlaggebenden Komponenten. In dieser Illustration siehst du, welche Sitzhaltung auf welchen Velomodellen ideal ist.

Holland Rad

Lenker und Griffe befinden sich nahe am Oberkörper, der Oberarm ist nur etwa 20 Grad abgewinkelt. Das bedeutet, dass die Hände kaum Stützarbeit leisten. Der Fahrer sitzt gerade im Sattel. Das ist die ideale Position für kurze Ausflüge und für Stadtstrecken, da die Körperkraft nicht sehr effizient in Bewegung umgesetzt wird und auf längeren Strecken die Gefahr besteht, dass der Fahrer die natürliche S-Form des Rückens nicht aufrechterhalten kann und leicht zusammensackt.

City Rad

Der Fahrer neigt sich weiter nach vorne, was bessere Kraftübertragung auf die Pedale als beim Hollandrad bedeutet. Der Lenker sitzt höher, ist aber etwas weiter vom Oberkörper entfernt – der Oberarm ist bis zu 70 Grad vom Oberkörper abgewinkelt, die Hände übernehmen also etwas Stützarbeit. Für Stadtstrecken und etwas längere Strecken auf asphaltierten Strassen die ideale Haltung auf dem Velo, da die hohe Sitzposition guten Überblick im Verkehr verspricht und so vermehrt für Sicherheit sorgt.

Trekking Rad

Der Körper ist jetzt merklich geneigt, denn die Strecke zwischen Sattel und Lenker ist weiter, was für Winkel von bis zu 90 Grad zwischen Oberkörper und Oberarm sorgt. Hände und Schulter übernehmen jetzt eine wichtige Stützfunktion und entlasten so Rücken und Gesäss, was insbesondere auf langen Strecken wichtig ist. Die Position ermöglicht es, dass die Körperkraft sehr effizient auf die Pedale gebracht werden kann.

Sport Rad

Winkel von über 90 Grad zwischen Oberkörper und Oberarm erreicht man in der sportiven Haltung – also beim Rennvelo, bei Mountainbikes, Enduro- und Downhill-Bikes. Lenker und Sattel sind weit voneinander entfernt, was den Rücken streckt und die Belastung auf Schultern, Armen und Händen verteilt. Diese Position ist optimal, um ein Maximum an Körperkraft auf die Pedale zu leiten, erfordert aber einen trainierten Rücken. Insbesondere bei Mountainbike-Disziplinen, bei denen der Rücken viele Schläge von der Fahrbahn abfedern muss.

Übrigens: Wer oft und intensiv Velo fährt, wird umso genauer hinschauen, wenn es um die Rahmengeometrie beim Fahrradkauf geht. Die Schrittlänge ist dabei eine wichtige Grösse, doch bei Weitem nicht die einzige. Die Rahmenlänge etwa streckt den Rücken und beeinflusst die geneigte Körperhaltung, was wiederum die Belastung auf Hände und Arme reduziert. Auch die Neigung des Kopfs und die Stellung der Schultern – möglichst entspannt, damit Stösse abgefedert werden – sind für lange Strecken voller Fahrfreude entscheidend. Die optimale Sitzhöhe wird so gewählt, dass die Ferse bei ausgestrecktem Bein das Pedal berührt. Ist die Sitzhöhe zu gering, können Kniebeschwerden folgen. Der Sattel ist zu hoch, wenn das Becken beim Fahren abwechselnd nach links und rechts kippt. Und die Lenkerposition solltest du so wählen, dass du angenehm sitzt und spürst, dass sich Rücken- und Bauchmuskulatur in einer natürlichen Vorspannung befinden. So stabilisierst du die Wirbelsäule.

Kommt Zeit, kommt Rad. Aber welches? So findest du das richtige Kindervelo.

Was bei Velos für Erwachsene wichtig ist, gilt für Kinder im Wachstum umso mehr. Macht ein Laufrad Sinn? Und kann ich das Velo ein paar Nummern grösser kaufen, damit mein Kind «hineinwächst»?

Alle Antworten und Tipps erhältst du in unserem praktischen Kinderbike-Berater.

Gut zu wissenGut zu wissen

Bei Kindern misst man das Rad anhand der Radgrössen, da es hier keine unterschiedlichen Rahmengrössen gibt. Das ist sozusagen die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Mehr zur grossen Welt der Kinderbikes erfährst du in unserem praktischen Berater.

 

Äpfel und Birnen: Wieso Rahmen- und Radgrösse fast nichts miteinander zu tun haben

Um das perfekte Bike zu finden, spielen Rahmen- und Radgrösse eine wichtige Rolle. Sie haben aber nicht direkt miteinander zu tun. Die Radgrösse zeigt den Raddurchmesser und wird meist in Zoll angegeben (ein Zoll ist 2,54 cm lang). Bei der Wahl des Raddurchmessers sind Körpergrösse und – besonders wichtig – das Fahrverhalten sowie das Einsatzgebiet des Velos ausschlaggebend.

Kleines Beispiel: Ein Mountainbike mit 27,5″-Rädern ist agiler und wendiger, eines mit 29″-Rädern erreicht eine höhere Laufruhe: Je grösser der Radumfang, desto ruhiger rollen die Reifen und desto mehr Kraft wird auf den Boden gebracht. Zudem überrollen grössere Räder Hindernisse besser, was Ihnen mehr Sicherheit und ein besseres Kontrollgefühl verleiht. Das bedeutet, dass man auch als grossgewachsener Mensch eine kleinere Reifengrösse fahren kann, zum Beispiel wenn man lieber wendig als performanceorientiert unterwegs ist.